Am 26. September 2009 segnete Pater Dominikus Ramljak ein Bild des heiligen Julius im Hof der Tischlerei Galli-Magerl am Brunnhof, das nach der kirchlichen Einweihung von einigen Mitgliedern des Heimatvereins „Hocholma“ auf der Julius-Warte am Gschwendt angebracht wurde. Es stammt von der Hobbykünstlerin und Bäuerin Franziska Schinnerl aus Neudorf bei Passail und wurde nach einer Vorlage, die man im Ökumenischen Heiligenlexikon im Internet findet, in Acryl gemalt. Maria Sobl, die Wirtin des Gasthofes „Sauzipf“, übernahm spontan die Patenschaft für dieses Kunstwerk, denn vor einem Jahr wurde in ihrem Gasthaus die Idee geboren, der beliebten Aussichtswarte einen Schutzpatron zu geben, worauf man mit der nicht ganz einfachen Suche nach einem Bild des 352 gestorbenen Papstes Julius I. begann. Dieser war ein geschickter Kirchenpolitiker, in dessen Amtszeit die berühmte Kirche „zu den zwölf Aposteln“ in Rom gebaut wurde, und den die Römer bereits früh als Heiligen verehrten. In ihrer Ansprache äußerte Maria Sobl den Wunsch, dass der heilige Julius nicht nur die Warte beschützen möge, sondern auch die Menschen in Frohnleiten und Umgebung, die er vom Gschwendt aus nun überblickt.
Die Julius-Warte verdankt ihren Namen allerdings nicht dem heiliggesprochenen Papst, sondern dem allseits beliebten Frohnleitner Bürgermeister und Arzt Julius Valentin. Dieser war auch Obmann der Sektion „Frohnleiten“ des Touristenclubs. Ein verdienstvolles Clubmitglied hatte einen Platz auf der Gschwendtwand in etwa 715 Metern Seehöhe entdeckt, von dem aus man das ganze Tal überblicken konnte. Bei der Einweihung der Warte im Jahr 1896 durch Julius Valentin waren alle Anwesenden von dem sich darbietenden Panorama freudigst überrascht und feierten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Im Jahr 1942 fiel die hölzerne Warte jedoch einem Waldbrand zum Opfer. Unter der Patronanz des Heimatvereins „Hocholma“ und mit Hilfe der Unterstützung durch die Marktgemeinde Frohnleiten wurde sie im Jahr 1998 wiedererrichtet und eingeweiht. Auffallend sind darin die Wegweiser aus Holz mit Entfernungsangaben, unter anderem zur Kirche Frohnleiten (834 m) und zum Adriacher Kirchturm (2.218 m).
Die Segnung des Heiligenbildes am Fuße des Gschwendts war gewiss ebenso fröhlich wie die Einweihungsfeier vor 113 Jahren. Mehr als hundert BesucherInnen genossen ein Fest mit Musik vom bekannten „Frohnleitner Trio“. Besonders erfreulich war eine spontane Sammlung für das 1991 mitten im Krieg gegründete Waisenhaus in der Heimat von Pater Dominikus. Dieses Heim ist mangels staatlicher und kirchlicher Unterstützung sehr stark auf Spenden angewiesen. Pater Dominikus war es immer ein großes Anliegen, diesen armen Kindern und Jugendlichen zu helfen. Mit einem Spendenergebnis von 312 Euro haben auch die BesucherInnen des Festes dazu beigetragen. Ein herzliches Vergelt`s Gott für die wertvolle Hilfe!
Der Gedenktag des heiligen Julius wird am 12. April, an seinem Sterbetag, gefeiert. Wenn Sie also an diesem Tag Lust auf einen Frühlingsspaziergang haben, wäre die Julius-Warte ein lohnendes Ausflugsziel. Der Heilige wird Sie mit seiner Fürsprache beim steilen Aufstieg unterstützen und Ihnen Gottes Segen mit auf Ihren Weg ins Tal geben!
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