Das einzigartige Wegkreuz mit einem Kruzifix-Doppel erstrahlt nunmehr wiederum auf Hochglanz und fügt sich harmonisch in den malerischen Weg von Adriach nach Frohnleiten ein.
Die beiden Jesus-Statuen wurden im Frühjahr 2024 in mühevoller Arbeit kunstvoll restauriert, auf einem schwarzen Holzkreuz angeheftet und nach der Segnung durch Stadtpfarrer Ronald Ruthofer am bestehenden schönen Zeichen des Glaubens befestigt.
Ein großes Dankeschön gebührt den aufmerksamen Adriachern Initiatoren für diese vorbildliche Kleindenkmalpflege.
Johann Melinz
Ein einzigartiges Zeichen des Glaubens steht zwischen zwei Wegen von Frohnleiten nach Adriach und zwischen zwei urigen Lindenbäumen auf dem Privatgrundstück der Familie Daniela & Christoph Leitner vulgo Kotzmayer. Das ehrwürdige Wegkreuz besteht aus Holz und hat auf beiden Seiten jeweils ein Kruzifix, gestaltet mit der Darstellung des gekreuzigten Christus. Dieses Flurkreuz ist mit Holz fest im Boden verankert und besitzt zum Schutz ein breites Schindeldach. Über dem Corpus sind jeweils JNRJ-Tafeln angebracht („Jesus von Nazareth, König der Juden“). Leider ist nicht bekannt, wann dieses schöne Kleindenkmal errichtet wurde. Es ist ein Relikt des religiösen Glaubens, das viele Jahre Wind, Wetter und Sturm getrotzt hat. Deshalb sind die vorhandenen Christusfiguren schon etwas restaurierungsbedürftig.
Ein heimischer Fotograf beschreibt dieses Wegkreuz in einem Beitrag einer Wochenzeitung als „kurios“ mit zwei Herrgottfiguren drauf – vorne und hinten. Der Herrgott sieht so alles mit einem 360 Grad Panoramablick.
Bei der Adriacher Fronleichnamsprozession wird bei diesem Kleindenkmal schon seit vielen Jahren von der Familie Monika & Peter Madner vulgo Bandlbauer ein Altar aufgestellt und liebevoll geschmückt. Dort wird dann aus dem zweiten Evangelium vorgelesen, Fürbitten gehalten und der Segen in alle Himmelsrichtungen erteilt.
Dieses Feldkreuz bildet auch einen guten Rastpunkt für gläubige Menschen, die dort anhalten und ein Gebet verrichten. So auch für den 2012 zugewanderten Italiener Francesco De Meo, der auf der Westseite seinen Geheim-, Kraft- und Meditationsplatz für die innere Ruhe gefunden hat. Einer Eingebung und einem leisen Wink von oben zufolge hat er seinem Namenspatron und Fürsprecher Franz von Assisi (Gedenktag ist der 4. Oktober) ein Zeichen gesetzt. Er stellte eine handgefertigte Lärchenholztafel mit der Darstellung des Sonnengesangs her und beschriftete einen kurzen Baumstamm in Einbrenntechnik mit einem Text aus dem Sonnengesang „Laudato sü mi Signore, con tutte le creature“ („Gelobt seist Du, mein Herr, mit allen deine Geschöpfen“) und stattete damit das Kleindenkmal aus.
Der Sonnengesang ist sicherlich das bekannteste Gebet des heiligen Franziskus. Es ist eine Hymne auf die von Gott ins Leben gerufene Schöpfung, denn er ist der Schutzherr der Umwelt und Ökologie. Francesco geht mit guten Beispiel voran und sammelt das ganze Jahr über bei seinen Spaziergängen in Frohnleiten den Müll ein!
Dieses Wegkreuz mit dem doppelten Herrgott ist ein sichtbares Zeichen der christlichen Glaubens und der Hoffnung, besonders in diesen so schwierigen Zeiten!